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(Feature - Feiertagswiederholung) Robert Stadlober als Fürst des Waldes - Der WDR verfilmt das Grimmsche Märchen "Rumpelstilzchen" auf Schloss Bürresheim -- Von ddp-Korrespondent Reinhard Kleber


Mayen (ddp). Drei Wächter in schwarzer Uniform sitzen auf Holzbänken in einer Mauernische im Innenhof von Schloss Bürresheim und ruhen sich aus. Einer hat die Beine hochgelegt, ein anderer raucht genüsslich eine Zigarette. Aus dem schattigen Hintergrund werden sie von zwei Lakaien in farbenfrohen Trikots beobachtet, die unter ihren schwarzen Perücken schwitzen. Die Kleindarsteller gehören zu dem Team, das in dem idyllischen Eifelschloss in St. Johann bei Mayen gerade für den WDR die Märchenverfilmung "Rumpelstilzchen" dreht.
Die ermatteten Wächter haben den wichtigsten Tageseinsatz hinter sich - sie mussten den Prinzen verfolgen, der aus dem Kerker entflohen ist, in den ihn sein Vater geworfen hatte. Ein Prinz? Kenner des Grimmschen Märchens werden gleich aufmerken, denn dort kommt kein Prinz vor. Den hat der Drehbuchautor David Ungureit ins Drehbuch geschrieben, um dem Märchenstoff etwas mehr Dramatik einzuhauchen. "Wir haben den Stoff in aller Ernsthaftigkeit sanft modernisiert, um ihn für die heutige Zeit verständlich zu erzählen", erläutert Produzent Martin Hofmann von der Berliner Produktionsfirma Askania Media. Das heiße aber nicht, "dass im Film ein Prinz mit dem Handy herumläuft". Vielmehr spiele die Inszenierung im historischen Ambiente und halte sich eng an die Vorlage der Brüder Grimm.
Das romantische Schloss, das aus einer Burg aus dem 14. Jahrhundert hervorgegangen ist, ist das Hauptmotiv des Films. Ein Großteil der 16 Drehtage findet in dem Gemäuer statt, das auf einem Felssporn ein liebliches Tal überragt. "30 Schlösser haben wir uns bei der Motivsuche angesehen", berichtet Regisseur Ulrich König, der im Vorjahr schon den WDR/ARD-Märchenfilm "Tischlein deck dich" realisiert hat. "Erst beim 31. Schloss war klar, das ist das Richtige."
Die Titelrolle hat Jungstar Robert Stadlober übernommen, der am Set mit verfilzten Haaren, krausem Vollbart und brauner Lederkluft kaum wiederzuerkennen ist. Für den Produzenten ist Stadlober die "Wunschbesetzung". "Wir wollten keinen verwachsenen Zwerg, sondern einen Fürst des Waldes, dafür ist er genau der Richtige." Schließlich hat der Regisseur die Titelfigur nicht als den üblichen bösen Mann angelegt, "der aus dem Wald kommt, um Böses zu tun", sondern zeigt auch dessen menschliche Seite: "Unser Rumpelstilzchen hat eine Sehnsucht, nämlich einen Menschen um sich zu haben."
Julie Engelbrecht ("Der rote Baron") spielt die Müllerstochter Lisa, die für König Gustav (Gottfried John) aus Stroh Gold spinnen soll, wenn sie ihr Leben behalten will. Rumpelstilzchen ist bereit, Lisa zu helfen, fordert aber Gegenleistungen, am Ende sogar ihr erstgeborenes Kind. Hilfe bekommt die schöne Müllerstochter von Prinz Moritz, gespielt von Kristian Kiehling ("Scharf wie Chili").
"Rumpelstilzchen" gehört zu der achtteiligen Märchenfilmreihe "Acht auf einen Streich", die acht ARD-Sender bis Juli 2009 mit namhaften Schauspielern wie Suzanne von Borsody, Hannelore Elsner und Kai Wiesinger realisieren. Sie setzt die Märchenreihe "Sechs auf einen Streich" fort, die im Weihnachtsprogramm 2008 nach ARDAngaben mit "sehr guter Zuschauerresonanz" gezeigt wurde. Die acht neuen Märchenfilme sollen im Feiertagsprogramm rund um Weihnachten 2009 und den Jahreswechsel Premiere feiern.

ddp/rkr/han

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