Schauspieler pendelt in Berlin zwischen zwei Produktionen:
Felix Eitner absolviert in Berlin ein "Set-Hopping"


Felix Eitner [20.11.2006] Eigentlich wohnt er in der Nähe von München, doch schon länger pendelt Felix Eitner – von Berlin nach Berlin. Oder besser: zwischen dem Set von „Liebe auf Kredit“ und dem von „Erlkönig“. So vielfältig wie die Hauptstadt sind auch seine Rollen: Für Askania Media gibt der 39-Jährige den skrupellosen Geschäftsmann Alexander, der eine Catering-Firma „schluckt“, für Colonia Media spielt er den Ehemann einer Versicherungsagentin, die einen Unfall mit Todesfolge recherchiert – ein emotionaler Thriller rund um die Autoindustrie. Dabei musste der „Polizeiruf 110“-Kommissar des NDR schon das Kunststück schaffen, an einem Tag für beide Produktionen zu drehen...

Herr Eitner, wie packt man dieses „Set-Hopping“?

Wenn man beide Figuren klar im Kopf hat, ist das nicht so schwierig. Anstrengend ist in so einer Situation eher, im jeweiligen Team seinen Platz zu finden – besonders, wenn man kleinere Figuren spielt oder größere Pausen zwischen den Drehs liegen.

Macht es Spaß, für „Liebe auf Kredit mal einen fiesen Finger zu mimen?

Ja. Ab und an habe ich solche Charaktere zwar schon gespielt, aber wahrscheinlich bringt man sie mit mir nicht in Verbindung. Denn durch mein Äußeres vermutet man ja nicht unbedingt den Bösewicht in mir. Glücklicherweise gibt es Regisseure, die trotzdem nach diesem Kontrast suchen und genau das wollen. Das gefällt mir gut, weil die „Fallhöhe“ für mich und auch für die Zuschauer dann größer ist.

Welche Rolle spielen Sie als Ulli in „Erlkönig“?

Er ist Anwalt, ein „normaler Mensch“ aus dem Leben und versucht nach einer Ehekrise nun, mit seiner schwangeren Frau eine Familie zu gründen. Doch da verliert er seine Arbeit – und damit seinen ganzen Halt. U.a. wackelt plötzlich die Finanzierung ihres Hauses. Noch ärger kommt es, als auch seine Frau sich verändert und ihren Job riskiert. Ein menschliches Drama.

Sie haben eine intensive Ausbildung als Pantomime genossen. In wieweit hilft das für die Schauspielerei?

Insofern, wenn extreme Aufgaben auf mich zukommen. Beispielsweise habe ich mal für einen früheren „Polizeiruf 110“ einen schwer sprachbehinderten Mann gespielt, das war also eine sehr körperbetonte Rolle. Es ist ja besonders das körperliche Spiel, das bei Pantomime zum Tragen kommt. Die Basis für die Schauspielerei ist ansonsten aber dieselbe.

Wie geht es für Sie nach dem aktuellen Doppel-Engagement für Sie weiter?

„Liebe auf Kredit“ ist jetzt abgedreht, „Erlkönig“ wird Ende des Monats abgeschlossen. Danach kommt eine Pause – und die brauche ich dann wohl auch... Erst Mitte Januar drehe ich wieder, meinen vierten „Polizeiruf 110“. (caro)

Gitta Deutz-Záboji
Tel. 02205/91 98 284

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